Buch + Geschichten        

 

- Mein Buch: Reise durch 5 Jahrzehnte

- Wer noch Träume hat, stirbt nicht

- Heimatlos?

- Dank an meinen Vater  

- Liebe Mutter / An meine Mutter

- Liebe Oma

- Lieber Opa 

- Geschichten als PDFs 

 

(09.06. 2013)


            

 Mein Buch        

 

2004 veröffentlichte ich einen halb-autobiographischen Roman:  

                              „Reise durch 5 Jahrzehnte“.   

 

Zur Zeit überlege ich, den Roman noch einmal zu überarbeiten und bei einem anderen Verlag neu zu veröffentlichen.

Es gibt aber noch Exemplare von der ersten Auflage, Interessenten können Exemplare bei mir für 8,-- € (+ Porto) bestellen.  

Von diesem Roman setze ich hier die Einleitung rein, die einen ersten Eindruck vermittelt.


Inzwischen ist das Buch auch als Ebook bei neobooks.com erschienen, mit dem gleichen Titel. Es ist z. B. bei Amazon für 0,99 € herunterzulasen

 

 

 

EINLEITUNG

  

 

Die späte Morgensonne scheint durch das schmutzige Fenster des Zugabteils. Ich sitze auf dem breiten roten Kunstledersitz, die Füße auf die gegenüberliegende Seite aufgelegt, die Reisetasche rechts neben mir stützt meinen Arm. Es ist schön, am Wochenende die Bürohektik und den Großstadtstress hinter sich zu lassen.

 

Der Zug fährt langsamer – er hält. Ich lese das Ortsschild: Junkersdorf.

Ab hier genieße ich die Landschaft. Weite hügelige Wiesen, kleine Wälder, durch das Dickicht sich windende Bäche, unberührte Natur – so scheint es zeitweise. Doch dann ab und zu kleine Dörfer – Dörfer, wie man sie sonst nur im Bilderbuch sieht – Bauernhöfe, Kirchen, dazwischen Wiesen, Blumen, weidende Kühe und gelegentlich eine kleine Kneipe. Diese Landschaft nennt man Eifel.

 

Dann – Bahnhof Erdorf. Hier steige ich aus. Zwei Gleise, ein Bahnhofshäuschen aus den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts. Am Fahrkartenschalter steht: „für immer geschlossen“.

Doch nebenan die alte kleine Bahnhofskneipe gibt es noch. Ich gehe hinein. Lasse eine Taxe rufen. Busse fahren hier nur noch zweimal am Wochenende in die nächsten Ortschaften.

 

„Nach Bitburg bitte“, sage ich zu dem Taxifahrer.

 

Zu Hause angekommen, vor dem Reihenhaus meiner Eltern am Rande der Stadt, lese ich einen handgeschriebenen Zettel: „Wir sind einkaufen.“

 

Ich klingele bei der Nachbarin, sie öffnet mir die Tür. Ich rufe kurz: „Hallo, Anne ist da“, stelle meine Tasche im Keller ab, „bis nachher.“

 

Ich gehe langsam die kleinen Straßen entlang, die zur Fußgängerzone in der Innenstadt führen. Dort, im Cafe Hilger, suche ich einen sonnigen Platz. Die weißen Tische und Stühle stehen draußen und sind von einem weißen kleinen Holzlattenzaun eingegrenzt. Alle Tische sind besetzt – natürlich bei diesem sonnigen Tag.

 

„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“ frage ich den in der Ecke sitzenden Mann in braunen Bermudas und grünem Shirt. Seine Kamera mit einem großen Teleobjektiv liegt auf dem Tisch neben seinem Kuchenteller. Ich setze mich ihm schräg gegenüber.

„Was machen Sie hier, einen Ferientrip?“ fragt er sympathisch.

„Zur Zeit bin ich auf dem Weg in meine Vergangenheit. Ich suche die Orte meiner Kindheit und Jugendzeit auf.“

„Sie sind also hier geboren, sagt er. „Ja“, antworte ich.

„Mein Name ist Jonas“, sagt er, "ich schreibe für das "Norddeutsche Tageblatt" einen Bericht über die Zeit, nachdem die Amerikaner ihre Stützpunkte verlassen haben. Und Bitburg war ja schließlich der zweit bedeutendste Militärstützpunkt.“

 

Ich bestelle einen Erdbeerbecher.  

 

„Darf ich ein Stück des Weges mit Ihnen gehen?“, fragt Jonas, als ich mich verabschieden möchte.

 

 

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MEINE  KURZGESCHICHTEN  

 

 

Ich habe verschiedene Kurzgeschichten bzw. kurze Essays geschrieben. Es geht dabei vor allem um Probleme des Lebens bzw. um Lebenskunst und Lebensphilosophie.

Von diesen Geschichten setze ich einige als Text auf die Homepage, andere als PDFs.

 

 

 

                      Wer noch Träume hat - stirbt nicht

 

Wer kennt nicht das Gefühl, total verliebt zu sein – man strahlt Optimismus aus und der Pessimismus hat keineChance.

 

Da ist es doch egal, dass die Kollegin „rummotzt“. Der schulische oder berufliche Misserfolg wird viel leichter hingenommen. Man sieht rosarot und denkt nicht an das Dunkle im Leben. Man träumt von der Liebe, ja von der ewigen Liebe!

 

Aber nicht nur „Liebesträume“ aktivieren uns und halten uns länger jung, sondern auch unsere Lebensträume, Lebensziele und unsere Vorhaben, die wir umsetzen in unserem Lebensalltag.

 

Da gibt es die 92-jährige alte Dame, die sich jedes Jahr auf die Filmfestspiele in Verona freut. Sie kauft sich schon viele Monate im voraus die Eintrittskarte für die nächste Aufführung. Nie geht sie davon aus, die nächsten Spiele nicht mehr zu erleben.

 

Es begegnete eines Tages der Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach auf ihrer Pilgerreise nach Santiago de Compostela ein Herr, den das Schicksal schwer traf. Seine Frau verließ ihn, er verlor seinen Job und bei ihm wurde eine Krebserkrankung festgestellt. Nachdem er einige Zeit trübselig zu Hause herumsaß, machte er sich auf diese über viele hundert Kilometer lange Pilgerreise zum Jakobusgrab. Seine Beschwerden wurden weniger und er fühlte sich trotz der Strapazen von Tag zu Tag besser. Er hatte sein Ziel vor Augen: Santiago de Compostela.

 

Anlass diesen Artikel zu schreiben, gab mir die Achtung vor meiner Tante. Sie ist heute 84 Jahre und lebt wie ein 40-jähriger Single. Sie hat ständig etwas vor –Theaterbesuche, Konzerte, Reisen sowie Besuche bei Freunden.

 

Jeden Tag denkt sie an ihre Ziele. In einer Woche ist es eine Ausstellung, die sie mit Ihrer Freundin besuchen will, ein paar Tage später der Literaturkreis, mit dem sie sich regelmäßig trifft, und für den Herbst hat sie schon eine Rundreise durch die Provence gebucht.

 

Es ist erstaunlich, dass sie ein solches Leben führt; denn sie ist nicht nur gesund und glücklich durchs Leben „geschliddert“. Nein! Sie war oft am Boden: Scheidung, in die Brüche gegangene Beziehungen, viele Schwierigkeiten mit den heute erwachsenen Kindern, ständige Mobbing-Attacken im Beruf und dann vor allem noch die vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Allergien, Haut-Operationen bis hin zu mehrfachen schweren Bruchverletzungen.

 

Als ich sie vor ca. 10 Jahren im Krankenhaus besuchte, lag sie verzweifelt im Bett, nachdem der Arzt ihr sagte, dass er eine normale Fortbewegung nach dem Wirbelbruch nicht mehr garantieren könne. Sie jedoch glaubte fest daran, dass ihr Leben normal weiterläuft, sie träumte schon im Krankenbett von der geplanten Griechenlandreise mit ihren Freunden aus dem Literaturkreis und las die Reisebeschreibung sowie verschiedene Reiseführer. Durch die dann notwendige Rehabilitationsmaßnahme verschoben die Freunde die Reise  um einige Monate. Dann fand sie statt!! Mit ihr!! Wunderbar und interessant!

 

Drei Tage nach der Hinreise rutschte sie auf der Terrasse des Hotels aus. Komplizierter Trümmerbruch des Unterschenkels stellte man später im Heimatort fest. Jedoch vorher lag sie viele Stunden mit einem Bluterguss und einem enorm geschwollenen Bein im Rettungsflugzeug in Athen auf dem Flughafen bis die Versicherung ihr O. k. für die Kostenübernahme gab.

 

Schnelle  Operation zu Hause. Als der Arzt einen Tag nach der OP zur Visite kam, lag sie sitzend im Bett, das Gipsbein hochgelegt und las die FAZ – neugierig darauf, was in der Welt geschah.

Mittlerweile hat sich noch einen Fuß- und Kieferbruch zugezogen. Die Planungen für die nächste Reise stehen fest. Sie träumt schon davon und freut sich darauf.

 

Nun könnte man sagen, sie hat gut träumen. Sie besitzt genug Geld um sich ihre Träume zu erfüllen und  ihre Ziele zu verfolgen.

 

Man muss aber nicht reicht sein, um sich seine Träume zu erfüllen und seine Ziele zu verfolgen.

 

Das zeigte mir eine über 100jährige Dame in einem kleinen Eifeldorf. Wer um die Jahrhundertwende geboren ist, Haus, Hof, und vor allem eine 6-köpfige Familie hatte, konnte sich mit Sicherheit nicht das leisten, was sich meine Schwiegermutter leistet. Nein, Träume und Ziele sind nicht an Geld gebunden.

 

Als ich damals als Sachbearbeiterin ihre Unfallmitteilung las, rief ich sie an, da ich glaubte, dass wir bei unserer Versicherung ein falsches Geburtsdatum führten. Sie meldete eine Fußverletzung bei der Gartenarbeit.

 

Bei einem Hausbesuch erzählte sie mir dann genau, wie der Unfall passierte. Aber sie erzählte auch davon, was sie im nächsten Frühjahr anzupflanzen plante. Sie freute sich jetzt schon darauf, wie das alles aussehen werde, und dass der Enkel dann den lang ersehnten Goldfischteich anlegen werde. Von ihrem Enkel sprach sie weiter. Er heirate im nächsten Mai  und sie sei so glücklich, auch die Hochzeit des jüngsten Enkel mitzuerleben. Sie träumt jetzt schon von dem großen Familienfest, wo alle – auch sie – dabei sind.

 

Das sind nur einige Beispiele von Menschen, die  Träume und Ziele haben und sie erreichen.

 

Jeder weiß auch, dass es Menschen gibt, die Ziele und Träume haben, sie aber nicht erreichen können, weil etwas dazwischen kommt, weil es nicht möglich ist oder die Ziele zu hoch gesteckt sind.

 

Jedoch eins steht fest: Träume und Lebensziele motivieren, aktivieren, halten länger gesund und fit und sind der Geheimschlüssel zu einem erfüllten Leben.

 

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Heimatlos ?

 

Es war ein warmer Sommertag. Ich saß im Strandcafe und leise im Hintergrund erklang das alte Lied: "Wo die Nordseewellen toben an den Strand, da ist meine Heimat, da ist mein Zuhaus".

 

Ich blickte hinaus aufs Meer.    Wo ist meine Heimat?    fragte ich mich.

 

 

Sie muss dort sein, wo meine Wiege stand!

 

Nach vielen Stunden Bahnfahrt stand ich nun vor meinem alten Geburtshaus. Dort, wo Oma Milchsuppe kochte am alten Kohlenherd, Papa zum Nachfeuern Holz hackte im kleinen Hinterhof, Opa am alten „Sekretär“ seine Pfeife rauchte und Mutter den leckeren Apfelkuchen backte am großen Küchentisch.

 

Nein,  hier war sie nicht mehr, meine Heimat!

  

Das alte Haus war renoviert. Hier wohnten Studenten in einem Wohnheim. Es ertönte Hardrockmusik von CD-Playern, einige saßen vor ihren PCs und schrieben an ihren Prüfungsarbeiten, andere saßen vor ihren Play-Stations. Die Zimmer waren mit hellen Ikea-Möbeln ausgestattet. Hin und wieder klingelte ein Handy.

Ich schnallte meine Rucksack auf und zog davon.

 

Sie muss dort sein, wo ich lebte einst in der glücklichen Kinderzeit.

 

Dort, wo ich Kuchen backte mit Förmchen im nassen Sand, von wo aus ich zum ersten Mal mit meinem neuen Ranzen, von Mama und Papa begleitet ,zur Schule ging, wo meine Kommunionfeier stattfand, wo ich mit der Tagesdecke meiner Eltern ein Zelt baute für mich und meine Freunde und wo ich im selbstgebauten Baumhaus „Hanni und Nanni“ las.

 

Nein, hier war sie auch nicht mehr, meine Heimat!

 

Auf dem Eingang zu unserem Haus stand jetzt: „Ferienwohnungen - Eine Wohnung noch zu vermieten“. Auf den Balkonen saßen Damen und Herren und sonnten sich.

Die Kinder, mit denen ich einst spielte, waren keine Kinder mehr. Sie lebten jetzt in anderen Orten und kannten sich nicht mehr.

 

Ich zog weiter mit meinem Rucksack und den Kopf voller Erinnerungen.

 

Sie muss dort sein, wo ich auch als Erwachsener Zuflucht und Trost bei meinen Eltern fand; immer wenn ich aus der Ferne zurück nach Hause kehrte.

 

Dort, wo Mutter mich mit offenen Armen empfang, mir Vanilleeis mit heißen Kirschen zubereitete, mir zuhörte, was ich zu erzählen hatte, mir meine Wäsche wusch, wo ich vom stressigen Arbeitsleben Ruhe fand, wo ich mit Vater über Politik reden konnte, ohne mich behaupten zu müssen, wo mir Vater bei der Steuererklärung half, wo wir gemeinsam fern sahen.

 

Nein, auch hier ist keine Heimat mehr !

 

Die Mietwohnung im 2. Stock des Reihenhauses ist leer. Vater verstarb schon vor langer Zeit. Mutter ist vor ein paar Monaten gegangen, in alle Ewigkeit.

 

 Lange fuhr ich mit der Bahn durch Regen und Sonne, an Häusern, Wiesen und Flüssen vorbei – bis ich zu Hause war.

 

Dort, wo mein Mann sehnsüchtig auf mich wartete, mich unendlich lange umarmte, wir unser gemeinsames Leben führen mit allen Sorgen und Freuden.

 

Hier ist meine Heimat, hier ist mein Zuhaus !

 

 

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                           Dank an meinen Vater

 

  

Sehr oft hat mir Mutter erzählt, dass du ungeduldig im Flur des Krankenhauses auf und ab gegangen bist, ständig auf die weiße runde Uhr starrtest und auf mich gewartet hast.

 

Ich bin zu einer Zeit geboren, als es noch nicht üblich war, dass Väter bei der Geburt ihrer Kinder dabei waren.

 

Du hast „draußen“ gewartet und dich auf mich gefreut.

 

Oft hast du mich nachts auf deinen Armen getragen, hast mich beruhigt, als ich schrie, hast Mama abgelöst, damit sie auch mal durchschlafen konnte.

Du warst nicht zornig, als du am nächsten Tag müde zur Arbeit gingst.

 

Durch deine harte Arbeit hast du uns ein schönes Zuhause geschaffen. 

 

Du hast mir das Laufen beigebracht auf der großen grünen Wiese am Flusspark.

Hast mich aufgehoben, gestützt, gehalten – bis ich alleine gehen konnte.

 

Auf dich habe ich abends sehnsüchtig gewartet, wenn meine Puppe krank war, der Arm wieder ausgerenkt war. Du hast sie wieder „heile“ gemacht.

 

Du hast mir Pferde gezeichnet auf meine Bilder mit Wiese und Sonne – so lange bis ich es selber konnte.

 

Du warst es, der mir den „Dreisatz“ am kleinen viereckigen Couchtisch zum 100sten Mal erklärt hast; der nicht die Geduld verlor; der trotzdem nicht an mir gezweifelt hat.

 

Du bist noch zum Elternsprechtag gegangen, nachdem der fünfte blaue Brief bei uns zu Hause ankam.

Hast Dir immer wieder angehört, dass es mit "Mathe" einfach nicht klappen wollte und dass ich lieber im Unterricht die "Bravo" las, als dem Geschichtsunterricht zu folgen. 

 

Du bis sonntags nach der hl. Messe nicht in die Kneipe gegangen. Du gingst mit mir in den Wald und hast mir die vielen verschiedenen Pflanzen, Gräser und Bäume gezeigt.

 

An deiner großen Hand ging ich sicher durch die Dunkelheit der Nacht.

 

Als ich an Weihnachten mit einer großen Wunschliste auf dich zukam, hast du mir das Elend in der Welt gezeigt, hast mir erzählt, wie arm die Kinder in Indien leben und trotzdem glücklich sind.

In deiner kleinen Bastelwerkstatt im Keller hast du mit mir kleine Möbel selbst geschreinert und mit mir mein Fahrrad repariert.

 

Dass ich das heute selbst kann, verdanke ich diesen vielen Kellerstunden mit dir.

 

Du hast mir geholfen, meine eigene kleine Wohnung einzurichten

 

-        hast Böden verlegt

-        hast Wände tapeziert und angestrichen

-        hast Regale aufgebaut

-        hast mir Geld überwiesen, auch als es bei dir „knapp“  

         war.

 

Oft hast du unter meinem kleinen alten Auto gelegen – hast es repariert, so wie damals meine Puppe.

 

Die ersten Steuererklärungen hast du mit mir zusammen gemacht, am kleinen Couchtisch, dort wo wir früher den Dreisatz übten.

 

Mit deiner Liebe zu mir, deinem Vertrauen in mich, deinen Erzählungen, Erklärungen und ständigen Hilfe hast du mich zu einem selbständigen Menschen gemacht, der jetzt alleine in jeder Hinsicht lebensfähig ist.

 

Du lebst in mir weiter und das gibt mir die Kraft im Leben.

  

DANKE

 

 

(09.06. 2013) 

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Liebe Mutter

Was ich dir noch sagen möchte

 

 

Du bist von der Erde gegangen, ohne berühmt gewesen zu sein.

Du warst keine bekannte Künstlerin, keine Erfinderin, keine Entdeckerin und keine Politikerin.

 

Und trotzdem bist du sehr bedeutend gewesen. Du warst in vielem vorbildlich. 

 

Du hast dein Kind geliebt. Du warst immer für mich da, wenn ich dich brauchte.

 

Kam ich aus der Ferne nach Hause, nahmst du mich in deine Arme und machtest mir abends Vanilleeis mit heißen Kirschen. Packte ich sonntags abends meine Tasche zur Abreise, stecktest du mir oft noch einen Geldschein hinein („Papa musste es ja nicht sehen...“).

 

Du hast Menschen glücklich gemacht, indem du sie lobtest

-        den Elektriker für seine Geschicklichkeit

-        den Pastor für die gute Predigt

-        die Arzthelferin für ihre Freundlichkeit

-        den Kellner für seine anstrengende Arbeit

 

Du hast gezeigt, dass auch ein einfaches, bescheidenes Leben lebenswert ist. Du brauchtest

-        keine noble Wohnung

-        keine teuere Kleidung

-        keine großen Reisen zum Glücklichsein

 

Du hast dich sehr über die kleinen Geschenke gefreut

-        über den neuen Wecker

-        über eine Bootsfahrt auf dem Rhein

-        über einen Tagesausflug mit mir und meinem Mann

-        über einen großen Wandkalender zum Jahreswechsel

 

Du warst vor allem sehr tapfer. Wenn du dich mal schlecht fühltest, hast du dich nicht hängen lassen, hast nie krank im Bett gelegen. Zuletzt, als es dir gesundheitlich nicht mehr gut ging, bist du noch mit deinem Rollator alleine zum Arzt gegangen, obwohl du dich für 300 Meter 10 mal unterwegs hast hinsetzen müssen

 

Nachdem du von mir gegangen bist, wohnst du noch näher bei mir

nämlich tief inmeinem Herzen.

 

 

 

                               An  meine Mutter  -   Gedicht   -

 

 

Dank für all die Jahre

 

Ich danke dir für jedes Jahr

Immer warst du für mich da

Hast mich getragen und gehalten

Ließt mich auch alleine walten

Hast gekocht, gewaschen und geputzt

Und ich habe diesen Komfort genutzt

Auch in sorgevollen Zeiten

Konnte stets dein Wort mich leiten

Kam ich dich besuchen

Backtest du mir meinen Lieblingskuchen

Kam ich aus der Ferne heim

Konnte ich immer wieder dein Kind sein

 

Vergangen sind so viele Jahr

Grau ist jetzt schon lang dein Haar

 

Meine ersten Schritte gingst du mit mir

Deine letzten gehe ich mit dir.

 

 

(08. 06. 2013) 

 


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 Liebe Oma

 

Ich habe dich vergessen;

aber

ich will dich nicht vergessen.

In deinen Armen hast du mich getragen

an so manchen Sommertagen.

Laufen lerntest du mich bald

in dem nahgelegenen Wald.

In viele Länder bin ich gereist und hatte dich nicht im Sinn.

In diese vielen Länder, da kamst du niemals hin.

Die vielen Städte, die ich sah, die waren dir niemals nah.

Es ist in meinem Leben so viel geschehen,

das du nicht hast gesehen.

Vergangen sind nun 50 Jahr,

und ich weiß noch wie es früher war.

Aus den frühen alten Zeiten

sollen die Erinnerungen mich wieder begleiten.

Jetzt endlich sollst du wissen,

bin ich im Himmel, werd` ich dich 50 mal küssen !



(10.11.2020)



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 Lieber Opa



du bist von der Welt gegangen;

kaum hatte ich mit der Schule angefangen.

Von den wenigen Fotos, die ich sah,

wurde mir klar:

Du hattest ein hartes Leben,

das ich nicht wollte erleben.

Hast zwei Kriege überlebt,

obwohl dein Haus hat gebebt.

Eine Bombe hat dich nicht getroffen.

Das ließ dich hoffen auf ein besseres Leben,

das dir Gott hat gegeben.

Durftest wieder kochen,

 und das hat die Leut gefreut

in dem kleinen Lokal,

das es noch gibt heut.



(18.01.2021)


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Kurzgeschichten als PDFs

 

 

 

 

Ursula Spitzer - "Reichtum"

 

 

  

 

Ursula Spitzer - "Traurig"

 

 

 

 

 

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